Erbbaurecht vs. Erbpacht

Wussten Sie, dass es die klassische Erbpacht gar nicht mehr gibt ? Umgangssprachlich wird das Erbbaurecht auch manchmal noch als Erbpacht bezeichnet. Das ist aber nicht richtig.

Das Erbbaurecht ermöglicht die Trennung zwischen dem eigenen Eigentum am Haus und dem Eigentum am Grundstück dritter. Soll heißen: Der Erbbauberechtigte erwirbt zwar kein Grundstück, aber das Recht, darauf sein eigenes Haus zu bauen. Im Gegenzug dazu zahlt er einen Erbbauzins. So ein Erbbauvertrag hat in der Regel eine lange Laufzeit von bis zu 99 Jahren. So ist im ErbbauRG §27 geregelt: Erlischt das Erbbaurecht durch Zeitablauf, so hat der Grundstückseigentümer dem Erbbauberechtigten eine Entschädigung für das Bauwerk zu leisten. Es können hier Vereinbarungen über Höhe und Entschädigung getroffen worden sein. In der Praxis hat der Grundstückseigentümer (bspw. die Kirche) allerdings meistens das Interesse daran den Vertrag weiter laufen zu lassen. Dann stellt sich die Frage der Entschädigung nicht mehr.

Die Erbpacht wurde im Jahre 1947 gänzlich verboten. Dennoch wird der Begriff gerne gleichgesetzt mit dem Wort „Erbbaurecht“. Vormals zahlten Erbpächter ein Erbbestandsgeld für die Nutzung eines Grundstückes an die Grundeigentümer. Den Pächtern war es gestattet die Immobilie zu verpfänden, zu vererben und zu veräußern, insofern der Erbpachtvertrag nichts anderes vorsah. Mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zum 1. Januar 1900 durften bestehende Erbpachtverhältnisse zwar weiter betrieben aber keine neuen Verträge mehr abgeschlossen werden.

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  7. Juni 2018
  von: Redaktion
  Kategorie: Allgemein ·Hausbau